Passt gut zusammen: Ingwerbier und der Weltgebetstag der Frauen in Geltendorf - ein Bericht

Er war zünftig, er machte Sinn und er hatte Tiefgang, der von Frauen organisierte Weltgebetstag in Geltendorf. Über Konfessions- und Ländergrenzen hinweg engagieren sie sich dafür, dass Frauen und Mädchen überall auf der Welt in Frieden, Gerechtigkeit und Würde leben können.

 

So entstand in den letzten 130 Jahren die größte Basisbewegung christlicher Frauen weltweit. Die Idee: Ein Gebet wandert 24 Stunden lang um den Erdball , verbindet Frauen in mehr als 100 Ländern der Welt miteinander und rückt jeweils ein Land und seine Nöte in den Mittelpunkt. Allein in Deutschland nehmen mehr als 1 Million Menschen an dieser Aktion teil.

 

In diesem Jahr waren es Frauen aus Surinam, die die Ausgestaltung dieser weltweiten Treffen inhaltlich vorbereiteten und die Situation in Ihrem Land ins Bewusstsein der Welt rückten. Surinamist das kleinste und eines der ärmsten Länder in Südamerika.

 

90 % der 550.000 Einwohner leben küstennah und erleben damit unmittelbar die Folgen der Klimaerwärmung. Ein großes Problem ist, dass 70-100 % der Kinder und schwangeren Frauen in den goldabbaugebieten eine Quecksilberbelastung aufweisen, die zu Gehirnschädigungen führen kann. Rücksichtsloser Goldabbau, Unfähigkeit der Regierung dem Einhalt zu gebieten lässt das Land auf eine ökologische und menschliche Katastrophe zusteuern.

 

Dies spiegelte sich teilweise bedrückend in vorgelesenen Texten wieder. Die Frauen der katholischen und evangelischen Gemeinden Geltendorf liehen Ihre Stimmen den Belangen surinamischer Frauen  und traten in deren  Namen, wie  Muyinga,  Shanti, Kartini und Williimien, auf.

 

Der Pfarrhof in Hausen war dabei besetzt bis auf den letzten Platz. Mehr als 50 Besucher hatten sich im Pfarrhof eingefunden, Musiker aus Hausen und Geltendorf (Christoph und Kilian  Kessler, Tobias Henzler, Marius Thoma) studierten Lieder aus Surinam ein und etliche Damen kochten typische Gerichte des Landes, die man im Nachhinein in angeregter Unterhaltung zu verspeisen wusste.

 

Allen angetan hatte es dabei das eigens gebraute Ingwer-Bier „Ginga biri“, aber auch andere schmackhafte Speisen wie: Frikadel Djawa (eine Art Frikadellen), Bananensuppe, Erdnusssuppe Karoffelsalat mit roten Beten, geschmorte Kürbisse oder Süßspeisen wie z. Bsp. Blokmout.

 

Das frohe Miteinander sah Iris Goehr (Hauptzelebrantin der ökumenischen Veranstaltung) in keiner Weise als fehl am Platz. Bei allen Problemen gäbe es auch in Surinam, dass individuell gelebte Glück und Lebensfreude, das Tragen der Nöte in Gemeinschaft und die allgegenwärtige Schönheit von Schöpfung und Natur, die es zu genießen und zu bewahren gilt. So lautete denn ja auch das Moto der Veranstaltung „Gottes Schöpfung ist sehr gut!“.

 

Dringend  wollte Goehr  noch festgestellt wissen: „Schon seit mehr als 20 Jahren wird der Weltgebetstag zwar von Frauen vorbereitet, hat aber im Weiteren keine geschlechtlich Komponente mehr als Vorgabe für alle herzlich willkommenen Besucher“. „Also, nur Mut meine Herren!“, so ermunterte Göhr freudig die etwas reduzierte Männerschar.

 

Rezept Ingwerbier:

 

Ginga biri (Ingwerbier / Ginger Ale) (2 Liter) 200g frischer Ingwer (geschält und gerieben), 2 l Wasser, 150 g weißen Zucker, 10-15 Nelken, 1 El Zitronensäure, 1 El Mandelessenz oder Mandelaroma

 

Wasser mit dem Zucker zum Kochen bringen, den Ingwer dazu geben und ca. 10-15 min. kochen lassen. Vom Herd nehmen und die Nelken, Zitronensäure und Mandelessenz unterrühren. Abkühlen lassen und durch ein feines Sieb passieren. Im Kühlschrank aufbewahren.